02. Mai 2010

Die bayerischen Meister 2010: Knieend von links: Fabian Pfitzner, David West, Jan Grempels, Georg Beyschlag und Simon Brunner. Dahinter stehen: Tainer Zoltan Nagy, Johannes Raab, Jakob Groß, Benedikt Thalhofer, Jonathan Tritscher, Michael Dorsch, Lukas und Joschka Ferner, sowie Co-Trainer Martin Graf. Foto: Jochen Aumann
An den 02.05.2010 werden sich Spieler, Trainer, Eltern und Zuschauer noch lange erinnern: Mit einer souveränen und konstanten Leistung über das gesamte Wochenende sicherte sich die Nördlinger U14 männlich in eigener Halle den bayerischen Meistertitel. Drei tolle Spiele auf hohem Niveau haben die Nachwuchsbasketballer gezeigt und somit verdient den Titel gewonnen. Vor allem im Finalspiel gegen Bamberg zeigten die Nagy/Graf-Schützlinge ihre ganze Klasse und individuelle und mannschaftliche Überlegenheit.
TSV Nördlingen – DJK SB Rosenheim 97:45 (58:29)
Im Auftaktspiel gegen den zweiten Vertreter aus dem Süden, Rosenheim, legte man bereits im ersten Viertel (30:15) den Grundstein für einen nie gefährdeten Sieg. Im Gegensatz zur Südbayerischen Meisterschaft, wo man sich gegen die von Bob Miller betreuten Oberbayern noch recht schwer tat, hatten die Nördlinger keine Probleme und spielten ihre Stärken gekonnt aus. Viele Fastbreaks und einfache Punkte im Angriff, sowie eine stabile Teamdefense sorgten dafür, dass die Partie bereits zur Halbzeit entschieden war (58:29). In der zweiten Halbzeit spielte man den Sieg locker nach Hause und Headcoach Zoltan Nagy konnte seine Leistungsträger für die weiteren Spiele schonen. Vor allem Jakob Groß, David West, Fabian Pfitzner und Jonathan Tritscher nutzten dies und konnten in der zweiten Halbzeit auf sich aufmerksam machen.
TSV Nördlingen – Würzburg Baskets 98:59 (57:26)
Im zweiten Spiel am Samstag traf man auf den ProB-Nachwuchs der Würzburg Baskets. Coach Zoltan Nagy schien vor Spielbeginn die richtigen Worte gefunden zu haben, denn was seine Spieler in den ersten Minuten zeigten war stellenweise Basketball aus dem Lehrbuch: Mit einem unglaublichen 29:0-Lauf überrannten die Rieser ihre Gäste förmlich und sorgten für Fassungslosigkeit in den Gesichten der Würzburger. Auch eine Auszeit von Gästecoach Gehring konnte die Unterfranken nicht mehr zurück ins Spiel bringen, dieses war nach fünf Minuten bereits entschieden. Nach dem ersten Viertel (40:9) schalteten die TSV-ler einen Gang zurück, was die Würzburger, vor allem in Person von U16-Nationalspieler Constantin Ebert (26 Punkte), nutzten, um selbst zu ein paar Punkten zu kommen. Dennoch änderte sich nicht mehr viel am Spielgeschehen. Mit dem Wissen des sicheren Sieges im Rücken taten die Nördlinger nur noch das Nötigste, Würzburg ging es nur noch um Schadensbegrenzung. In der zweiten Halbzeit wurden wieder hauptsächlich die jüngeren Spieler eingesetzt, was jedoch zu keinem Attraktivitätsverlust führte. Im Gegenteil, die 97er Jahrgänge zeigten sehenswerten Basketball. Erfreulich war auch die mannschaftliche Geschlossenheit: Alle Spieler punkteten.
TSV Nördlingen – TTL Bamberg 104:65 (59:45)
Im Finalspiel am Sonntag sollte nun die Entscheidung im Kampf um den Bayerischen Meistertitel fallen. Gegner war kein geringerer als der TTL Bamberg. Im Sommer noch hatten die Rieser ein Testspiel gegen den Bundesliganachwuchs der Brose Baskets verloren. Dennoch ging man aufgrund der bisherigen Spiele als Favorit in die Begegnung.
Die Bamberger, die auf Bayernauswahlspieler Felix Mühling verzichten mussten, starteten konzentriert und gingen schnell mit 0:4 in Führung. Nördlingen wirkte etwas nervös, konnte aber durch Punkte von Michael Dorsch schnell zurückschlagen. Das erste Viertel gehörte aber dennoch hauptsächlich Bamberg. Die Oberfranken konnten sich dank einer sehr hohen Trefferquote absetzen. Vor allem Ausnahmespieler Tim Schneider brachte die TSV-ler ein ums andere Mal zum Verzweifeln. Hinzu kamen auch ein paar unglückliche Entscheidungen der beiden Schiedsrichter und ein technisches Foul für Coach Zoltan Nagy. Dieses zeigte aber Wirkung bei den Spielern. Mit einer „Jetzt-erst-Recht“-Einstellung starteten die Nördlinger ins zweite Viertel und zeigten nun den Gästen, wer der Herr im Hause ist. Michael Dorsch, der nur noch durch Fouls zu stoppen war (insgesamt 19 Freiwürfe), und Joschka Ferner mit sicheren Distanzwürfen sorgten für eine 40:33-Führung. Verteidigungsminister Simon Brunner hatte Schneider mittlerweile Handschellen angelegt und der Riesexpress nahm immer mehr Fahrt auf. Jan Grempels und Benedikt Thalhofer erhöhten auf 54:41 und so ging es schließlich mit einem beruhigenden Vorsprung in die Halbzeitpause.
Lukas Ferner läutete mit einem blitzsauberen Dreier und einem Korbleger die zweie Halbzeit ein und spätestens da war allen Anwesenden klar: Nördlinger wird bayerischer Meister 2010! Bamberg hatte sich immer mehr damit abgefunden, dass gegen die Fendt-Caravan-Korbjäger nichts zu holen war. Johannes Raab und Georg Beyschlag erhöhten zwischenzeitlich auf 75:51 und allmählich kam Feierlaune in der Mehrzweckhalle auf. Im letzten Viertel konnte Meistercoach Zoltan Nagy munter rotieren, und als dann endlich die 40 Minuten Spielzeit abgelaufen waren, herrschte ausgiebige Freude bei allen Spielern und Fans. Drei Jahre nach dem Meisterstück der U20 sicherte sich somit wieder eine männliche Nachwuchsmannschaft den bayerischen Meistertitel. BBV-Landestrainer Alex Krüger würdigte bei der Siegerehrung den souveränen Auftritt der TSV-ler. Akademie-Leiter Dr. Uli Haag fand ebenfalls nur lobende Worte und Giants-Manager Jürgen Kohl überreichte allen Spielern eine Dauerkarte für die kommende Regionalliga-Saison. Für jeden Spieler steuerte der Hauptsponsor “Moll, Heizung – Wasser – Wellness” ein großes Basketball-Duschtuch bei.
So sehr man von der individuellen Stärke der Leistungsträger profitierte, so war es letztendlich die mannschaftliche Geschlossenheit, die den Unterschied ausmachte. Selten hat man in Nördlingen eine solch homogene Truppe gesehen wie die U14, die nicht nur durch ihre Spielfreude, sondern auch durch ihre Charakterstärke und positives Auftreten zu glänzen wusste. „Die Zukunft des Nördlinger Basketballs ist gesichert“, so Regionalliga-Coach Mario Matic nach dem Spiel. Trotz des tollen Erfolges ist nun alles andere als Erholung angesagt, schließlich ist die Saison noch lange nicht zu Ende. Gleich nächstes Wochenende steht die südostdeutsche Meisterschaft auf dem Programm. Dort wollen die Nördlinger die gezeigte Leistung wiederholen und vielleicht gelingt sogar der nächste Coup. Die U14 ist also weiterhin auf den Spuren der 2007er U20 männlich. Und die wurde damals südostdeutscher Meister… (mw)
Den Bayerischen Meistertitel holten: Michael Dorsch (13 Punkte gegen Rosenheim/17 Punkte gegen Würzburg/26 Punkte gegen Bamberg), Benedikt Thalhofer (0/4/4), Jakob Groß (11/6/0), Simon Brunner (7/6/8), Georg Beyschlag (5/12/9), Johannes Raab (4/6/8), Jan Grempels (4/4/4), Fabian Pfitzner (2/4/2), Jonathan Tritscher (10/3/0), Lukas Ferner (20/8/16), David West (6/8/0) und Joschka Ferner (15/20/27).